Ein Hoch auf die Komplexität: Wie finanzieren wir systemische Veränderungen wirkungsvoll(er)?

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Kuratierte Geschichte
Embracing complexity
This article originally appeared on Ashoka

Eine neue Dekade ist angebrochen, wahrscheinlich wird es die entscheidende sein: Wir stehen vor der Aufgabe, transformative Antworten auf die großen gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit zu finden, sie zu fördern und zu finanzieren. Dabei müssen wir schneller sein, als das bislang notwendig war.

Seit 40 Jahren identifiziert Ashoka führende Social Entrepreneurs und begleitet sie auf ihrem Weg, positiven gesellschaftlichen Wandel zu ermöglichen. Unser Kernkriterium dabei: Eine "system-changing new idea", also ein Ansatz, der zu einem neuen gesellschaftlichen Status quo führen kann, verbreitet man ihn großflächig. Kurz vor unserem 40-jährigen Jubiläum haben wir Partner eingeladen, mit uns eine gemeinsame Perspektive auf eine aus unserer Sicht kritische Frage zu entwickeln: Wie werden wir besser darin, systemische Veränderungen zu finanzieren? 

>> Was heißt systemische Veränderung? Wir unterscheiden verschiedene Ebenen, auf denen soziale Interventionen wirken können: Wirken sie direkt am Empfänger, sprechen wir von "direct service". Diese direkte Hilfe kann man verbreiten und immer mehr Menschen erreichen ("scaled direct service"). Uns bei Ashoka interessieren vor allem die Ansätze, die eine Ebene tiefer greifen und bei den Wurzeln gesellschaftlicher Herausforderungen ansetzen. Sie wollen Gründe der Entstehung von Problemen verändern, so dass das Problem nicht mehr fortbesteht ("systemic change").

Das erste Ergebnis unserer gemeinsamen Arbeit ist der Bericht "Embracing Complexity: Toward a Shared Understanding of Funding Systems Change", in welchem zum ersten Mal weltweit die Stimmen derer vereint sind, die systemische Veränderungen fördern und ermöglichen wollen. Gemeinsam mit unseren Partnern Catalyst 2030, Co-Impact, Echoing Green, McKinsey & Company, der Schwab Foundation for Social Entrepreneurship, der Skoll Foundation und SystemIQ freuen uns wir uns sehr, diese Perspektive nun vorzustellen.

Diese Zusammenarbeit zeigt - als Initiative starker Partner und Ashoka Fellows als zentralen Mitgestalter*innen - das, was wir uns als neuen Standard der Philanthropie wünschen und als notwendig erachten. Wir hoffen, mit dieser Initiative zu einer authentischen Debatte in unserer Branche zu inspirieren und Förderer zum Handeln zu bewegen. 

Der Bericht stellt fünf Prinzipien in den Mittelpunkt, die eine wirksamere Förderung systemischer Veränderungen ermöglichen:

  1. in Systemen denken
  2. Entwicklungspfade in Richtung systemischer Veränderungen unterstützen,
  3. in echter Partnerschaft mit führenden Kräften systemischer Veränderungen arbeiten,
  4. langfristig denken und handeln,
  5. diverse Bezugsgruppen aktiv einbeziehen.

Was uns wichtig ist: Der Bericht bietet nicht nur Hypothesen, sondern enthält eine Vielzahl praktischer Beispiele, anhand derer das Potenzial systemischer gesellschaftlicher Veränderungen greifbar wird. Wir freuen uns auf Ihr Feedback!

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